Freitag, 24. Oktober 2014

Das Ding mit dem Universum


Das muss ich euch einfach erzählen, ich fand die Begebenheit nämlich ziemlich spannend. Viele von euch kennen doch bestimmt die Theorie, dass man sich Dinge beim Universum bestellen kann - alles, was man sich wünscht, die Wünsche sollten allerdings klar formuliert sein, ohne Haken und Ösen.

Nicole ist beispielsweise eine große Freundin dieser Theorie, wir haben uns schon oft darüber unterhalten. Meiner Meinung nach fällt das in den Bereich "Huhu" (mein Begriff für Aberglaube und Ähnliches), das entbehrt aus meiner Sicht jedweder Logik. Bullshit eben.

Diese Woche war vollgepackt mit Kursen. Rückblickend habe ich den Eindruck, dass ich mich ständig entweder im Kurs, auf dem Weg zum Kurs oder auf dem Rückweg vom Kurs befand. Am Mittwoch wollte ich vor einem Kurs (Rücken) noch schnell in die Stadt. Ich musste dringend etwas beim lokalen Drogeriemarkt kaufen. Theoretisch passte es ganz gut, schließlich kam ich auf dem Weg zum Kurs eh annähernd daran vorbei, und wenn ich frühzeitig losfahren würde, wäre das problemlos zu schaffen. Praktisch lief es wie meistens: Die vorhergehenden Aktivitäten verzögerten sich, so dass ich "nach hinten raus" zeitlich im Verzug war.

Verdammt, das mit der Tagesplanung üben wir aber noch einmal gründlich. Jedenfalls war mein Plan mit dem Besuch des Drogeriemarkts nur noch haarscharf zu schaffen, wenn ich pünktlich vor den Kursteilnehmern stehen wollte.

So richtig weiß ich nicht, wieso mich der Gedanke auf dem Weg dorthin schlug, vielleicht weil ich parallel mit Oona (klickediklick) per Whatsapp konferierte und ich mich schon einmal mit ihr über das Thema ausgiebig unterhalten habe - egal. Jedenfalls kam ich, nach innen vorsorglich hämisch über meine Naivität grinsend und fest vom Scheitern des Vorhabens überzeugt, auf die Idee, mir doch zwecks Zeiteinsparung einen Parkplatz direkt vor dem Drogeriemarkt beim Universum zu bestellen. Theoretisch wäre das perfekt und würde mein Zeitmanagement ein wenig gerade rücken.

Dazu ist zu sagen, dass freie Parkplätze im direkten Bereich der Einkaufsmeile der Herzogstadt relativ rar sind. Noch übler ist es, wenn man zur besten Stoßzeit unterwegs ist. Das ist eigentlich fast ein Ding der Unmöglichkeit. Mir war das Glück in Bezug darauf jedenfalls regelmäßig höchst unhold! Ist aber nicht schlimm, fußläufig gibt es durchaus reichlich weitere Parkmöglichkeiten, allerdings muss man eben, wie im Wort "fußläufig" umschrieben, zu Fuß laufen - kostet Zeit.

"Ich bestelle mir einen Parkplatz direkt vor Müller!"
Wollen wir doch mal sehen, wie das mit dem Hokus Pokus so läuft.

Dann fiel mir jedoch ein, dass ich das Thema "Universum" bereits im Blog diskutiert hatte und in den Kommentaren war ich darauf hingewiesen worden, dass man den Wunsch penibel GENAU formulieren sollte, halt nach dem Motto "Bedenke, worum du bittest, es könnte dir gewährt werden!".

Hm.
Parkplätze vor Müller gab es einige, aber meiner sollte doch tunlichst FREI sein, oder?

Zweiter Versuch:
"Ich bestelle mir einen freien Parkplatz direkt vor Müller!"

Ich grübelte weiter. Neben normalen Parkplätzen gab es dort einige für Menschen mit Schwerbehinderung oder für Elektrofahrzeuge (mit Steckdose!) oder für Motorräder. Hmhm.

Dritter Versuch:
"Ich bestelle mir einen freien Parkplatz direkt vor Müller, auf dem ich parken darf!"

Lacht mich nicht aus, aber ich bin nicht gerade die Queen of Einparking. Kann ich zwar schon, aber ich mag nicht, wenn es sehr kompliziert wird. Und was nützt mir die schönste Parklücke, wenn sie miniklein und zu beiden Seiten von zwei riesigen Transporten umsäumt ist? Genau. Nix.

Vierter Versuch - so langsam wurde es Zeit, denn es waren nur noch ca. 500 m bis zum Drogeriemarkt:
"Ich bestelle mir einen freien, für mich einparkgeeigneten Parklatz direkt vor Müller, auf dem ich parken darf!"

Jetzt war ich endlich zufrieden und - muss ich zugeben - dann doch ein wenig gespannt. Ich würde mir ein für alle Mal beweisen, dass das mit dem Universum Blödsinn ist. Bäm! Das würde mir eine reine Freude sein und natürlich würde ich es Nicole beim nächsten Telefonat brühwarm unter die Nase reiben.

Und?

Da!

Ich war so perplex, dass ich das direktamente fotografiert habe. Ja, das dunkle, schmutzige Teil vor Müller ist mein persönliches Transportmittel. Überflüssig zu erwähnen, dass ich reichlich Platz zum Einparken hatte... Ich fasse es immer noch nicht!







Und jetzt ihr!
Was sagt ihr dazu?
Habt ihr Ähnliches auch schon erlebt?
Strange, oder?







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