Montag, 24. November 2014

Eingeschwungener, doppelter Rittberger mit Abzügen in der B-Note


Es gibt Menschen, die sind dezent.
Und dann gibt es Menschen wie mich.
Frei nach dem Motto: "Wenn schon, denn schon!"

Samstag war ich in der Domstadt und habe die ersten Weihnachtsgeschenke gekauft. (Übrigens: Yeah! Ich! So früh!) und nach einem wirklich guten Essen im "Ludwig im Museum" eilten der Mann und ich zum Zug. Wir pflegen außerhalb der Stadt zu parken, weil das einfach stressfreier ist.

Jedenfalls hasteten wir die Treppe vom Dom zum Bahnhof hinab. Und wer bitte verpasst höchst effektvoll die letzte Stufe, rutscht weg, knallt auf das linke Knie, um dann über den Bahnhofvorplatz zu gleiten und dabei die Einkaufstaschen weit von sich zu schleudern? Vor Schreck kreischend?

Ich.
Wer sonst.

Boah, das war vielleicht PEIN-LICH. Gefühlt eine Millionen Menschen waren dabei, wovon gute fünf sofort zu mir gelaufen kamen, um mir aufzuhelfen, meine Einkäufe einzusammeln und mich zu fragen, ob alles okay sei.

Natürlich habe ich gesagt, dass alles okay ist, aber tatsächlich hatte ich die Tränen in den Augen stehen. Ich war so froh, als der Mann endlich bei mir war (er war gute 10 m weiter rechts die Treppe herunter geeilt) und die guten, helfenden Geister mich in seiner Obhut so sicher wussten, dass sie gingen. Mein linkes Knie brannte wie Feuer und mein Gesicht auch - vor Scham.

Moah. Hätte ich nicht in einer weniger frequentierten Ecke vor mich hinstürzen können? Immer ich. Es ist SO ungerecht. Das hat aber auch geklatscht...

Und so kehrte ich nicht nur mit den ersten Weihnachtseinkäufen heim, sondern auch mit einem blauen, linken Knie (zum Glück hat es weder geblutet noch war die Hose kaputt...).

Zuhause angekommen, klagte ich der Tochter mein Leid.

"Haben dir andere geholfen, als du gefallen bist?", wollte sie wissen.

"Ja, sofort waren Fremde da und haben mir geholfen!", entgegnete ich stolz - soll mal einer sagen, die Menschen seien nicht hilfsbereit! Echt, das fand ich super.

"Aha, Mama. Dann giltst du jetzt wohl als alt. Man hilft eher alten Menschen als jungen."

DANKE DAFÜR!
Taschengeldreduzierung!

Jetzt hätte ich wohl wenigstens von euch gerne einen Sympathiepuster für mein Aua-Knie und meine Seele. Oder vielleicht könnte mir einer sagen, dass nicht nur ich das Talent zum großen Auftritt habe? Dann geht es mir bestimmt besser.

Hier ein Bild von der Treppe - falls sie einer nicht kennen sollte...



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