Donnerstag, 8. Januar 2015

Namenlos


Vor ein paar Wochen wurde ich seitens meines Vereins gefragt, ob ich nicht einen Kurs übernehmen könnte, der akut von Trainerlosigkeit bedroht war. Besonders schade, weil dieser Kurs bereits seit Jahrzehnten (!) besteht. Ich war mir nicht richtig sicher, ob oder ob nicht, denn ich hab ja schon reichlich Sportkurse. Und jetzt noch ein Donnerstag? Montag bis Donnerstag täglich Sport geben?

Dafür sprach, dass ich den Kurs bereits ab und an vertreten habe, einige Teilnehmer sind parallel auch in meinem Mittwochskurs und die mag ich sehr... 

Unsicher machte mich, dass der Kurs auffällig wenige Teilnehmer hat - manchmal nur 3, manchmal nur 4. Dadurch war er (und ist noch) von Schließung bedroht, denn auch ein Verein muss ein wenig ökonomisch denken. Und ich muss ehrlich zugeben, dass es wenig Spaß macht, wenn man eine Stunde plant und dann ist die Teilnahme gigamau, was unter Umständen die Planung zerstört. 

Ich war hin- und hergerissen ob des Angebots, entgegnete irgendwas im Sinne von: "Hmhm, kann man mal drüber nachdenken, könnte man ja machen! Lust hab ich schon. Aber wenn, dann ab Januar". Danach haben wir nicht mehr großartig darüber gesprochen. 

Gestern Abend dann - Mittwochs Rückenrunde - standen auf einmal vier begeisterte Frauen vor mir, mit strahlenden Augen.

"Schön, dass das mit dem Donnerstagkurs ab Morgen wieder klappt."

Öh. Echt? Ist das so?

"Ja, wir sind angerufen/angemailt worden."

Öh. Gut.

Und simsalabim hat die Mutti schon wieder einen neuen Kurs. Heute Vormittag stand ich - Buschtrommelfunk sei Dank - immerhin schon vor ZEHN Teilnehmern.
:)


Muttis Standard-Kurs-Equipment on tour


Heeee, mal im Ernst:
Wenn ihr Tagesfreizeit übrig habt, mit leichten Tendenzen zur Rampensau ausgestattet seid, über ein Händchen für andere Menschen verfügt und gerne Sport macht, solltet ihr Trainer werden. Übrigens darf man derzeit im Jahr damit 2.400 Euro "cash-in-dr-Täsch" (steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn über Verein o.ä. und es zählt nicht als Minijob) verdienen! Und wie ich das erlebe, besteht akuter Bedarf an guten Trainern! Falls jemand Fragen hat: Mail an mich.

Das Interessante daran:
Der Kurs ist quasi noch themen- und namenlos. Vorher war es offiziell ein "Yoga-Kurs" (das geht aber nicht, weil ich kein Yogatrainer bin), davor hieß er "Aerobic light" und davor hatte er auch schon andere Bezeichnungen, die mir aber nicht bekannt sind. 

Ich überlege also, wie der heißen könnte. Jemand einen Vorschlag? Ich will den nicht "Bodystyling 2" nennen, finde ich blöd. Jeder Kurs ist einzigartig. Ich möchte mich ebenso wenig auf eine bestimmte Richtung wie "Pilates" festlegen. Es könnte auch etwas Peppiges sein, "Frauengymnastik" oder "Gymnastik am Vormittag" ist mir zu dröge. Allerdings muss ich das wohl noch mit dem Verein absprechen, ich weiß nicht, wie entspannt die in der Beziehung sind. Schweinchen Schlau hatte für ihre Trainerfortbildungen bei einem anderen Anbieter schon Namen wie "Das Juwel im Schritt" (Beckenbodengymnastik) und "Turne bis zur Urne"   :)

Falls ihr mitdenken wollt:
Es ist ein Kurs am Vormittag. Ich gedenke ein buntes Potpourri an Sportausrichtungen mit den Teilnehmern zu machen, mit und ohne Gerätschaften (wie Theraband, Redondo, Hanteln, Stäbe, Tücher, Bälle blabla). 

Hopphopphopp.
Lasst mal Hirnschmalz tropfen.




P.S.: Und nach wie vor muss ich tief lächeln, wenn ich über meine "Karriere" als Trainerin nachdenke. Heeee... wer hätte das 2009 gedacht? Ich nicht. Hach. Ich bin übrigens richtig stolz auf mich. 







Teilen