Donnerstag, 29. Januar 2015

Lachen oder weinen?


Ich bin gerade ein wenig hin und her gerissen. Ich habe nämlich entdeckt, dass mein Personalausweis diesen Sommer ENDLICH seinen Geist aufgibt. Tatsächlich noch vor den Sommerferien, es besteht also relativ akuter Handlungsbedarf!

Einerseits:
Endlich werde ich diese "Altlast" los und darüber freue ich mich sehr. Das Foto ist aus Zeiten, in denen ich schon reichlich schwer war. Potthässlich. Mag ich gar nicht sehen, weil ich mich selbst gar nicht mehr darauf erkenne und es in mir alte Gefühle auslöst. Eigentlich habe ich die ganzen letzten Jahre darauf gewartet, dass mal jemand, dem ich diesen Ausweis vorzeige, so was Tolles zu mir sagt wie:

DAS SIND DOCH NICHT SIE

(Vorzugsweise mit hochgezogenenen Augenbrauen, strengem Blick und wedelndem, zeigendem Zeigefinger)

DAMIT LASSE ICH SIE NICHT DURCH!

Dazu möchte ich erläutern, dass ich ab und an ins Forschungszentrum muss. Da kommst du ohne Ausweis nicht weit. Immer und immer zeigte ich den Ausweis, aber es kam NIE ein Einspruch. Ich durfte auch immer über die Grenze, wobei die "Grenzer" entschuldigt sind, wann wollen die denn heutzutage noch einen Ausweis sehen?

Jedenfalls passierte das nie, was mich wundert, ICH wäre jedenfalls stutzig geworden bei der Abweichung. Na ja.

Wie dem auch sei: Ein neuer muss her!

Aber schon sind wir beim Problem - und beim Punkt "weinen":
Geneigte Leser wissen, dass ich die Kameras scheue, wie der Teufel das Weihwasser. Circa. Nicht mehr ganz so schlimm wie früher, aber es gibt wahrlich Ermunternderes als ein Passfoto von sich machen zu lassen. Ich krieg regelmäßig "Gesichtskrämpfe", wenn ich fotografiert werden soll.

Das ist ein wenig widersprüchlich, da ich ansonsten alles andere als "scheu" bin. Ich begegne wahnsinnig gern anderen Menschen und finde immer einen "Anker", um mich nett zu unterhalten. Ob unterwegs beim Einkaufen, in den Sportkursen oder dem herannahenden, großen LCHF-Treffen... ich habe null mulmiges Gefühl, sondern freue mich ungebremst.

Kommt eine Kamera ins Spiel, ist Schluss mit lustig. Dann bin ich im Handumdrehen nicht mehr ich selbst, weil es mir die Schweißperlen auf die Stirn treibt, weil ich hässliche Fotos hasse. Vermutlich liegt es daran, dass mein Vater Werbefotograf war und dadurch der Anspruch an Fotos stets recht hoch war. Posen Sie jetzt, zweidrei.

Will man es sich mit mir gründlich verscherzen, zückt man die Kamera! Das steht fest. Übrigens vielleicht auch ein "Mitgrund" für meine hohe Sonnenbrillenkonsumquote. Damit fühle ich mich sicher und abgeschottet. Dafür darf ich hin und wieder Häme über mich ergehen lassen, nicht nett.

Meine tiefste Bewunderung übrigens an alle, die sich einfach irgendwie hinstellen, knipsen lassen und immer gut aussehen. Meine Tochter beispielsweise... von ihr und ihren Freundinnen lungern circa eine Millionen Bilder auf der Kamera und dem Familienrechner rum. Die sind immer schön, selbst wenn die merkwürdige Faxen an den unmöglichsten Orten machen. Vielleicht ist es aber tatsächlich so, dass man sich am besten so lange mal am Stück fotografieren lässt bis man sich dran gewöhnt hat. Heutzutage kostet das ja nichts mehr..  Da kann man so eine SD-Karte doch einfach mal vollknipsen und löschen, was nervt. Früher war das anders... Hm.

Und als ob es nicht schon schlimm genug ist, dass ich Passfotos überhaupt machen muss... Müssen das nicht auch biometrische Kackfotos sein? Wo man IMMER so doof gucken muss? Gibt es überhaupt einen Menschen, der von sich sagt, es gäbe ein SCHÖNES, biometrisches Foto von sich? Gnah.

Na toll.
Da würde ich ja fast lieber den alten Ausweis behalten. 
Überhaupt... Dazu fällt mir ein, dass ich zum Friseur muss. Dringend. Und kann man die Falten im Gesicht ausbügeln, in dem man überschüssige Haut am Hinterkopf mit der Wäscheklammer sichert? Sieht man doch von vorne nicht. ;)

Ach Mensch, doof. 

Aber heute nicht. Heute habe ich Sport. Und mindestens eine Million wichtige Sachen zu tun, die fallen mir bestimmt gleich ein. Wartet.. Hm. Mal sehen.

Ich habe ja noch ein wenig Zeit. 
Hm.









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