Donnerstag, 12. Februar 2015

Sensation: Der Mann frühstückt jetzt LCHF


Der Mann war bislang ein Teilzeit-LCHFler. Abends und an Wochenenden bestand er schon von Anfang an auf gute LCHF-Mahlzeiten, weil er schnell begriffen hatte, dass "das da", was Mutti isst, deutlich besser schmeckt als die Mischkoststandards. Nur morgens unter der Woche "mussten" es bislang Brote mit Butter und Marmelade sein. Er ist ein Mensch striktester Prinzipien und wenn er die erst einmal gefasst hat, steht man vor einem unüberwindbarem Hindernis, wenn man sich Änderungen wünscht. 

Wir hatten ja schon mal das Beispiel des "Mannschen Spülmaschinen-einräum-Prinzips", was regelmäßig bei mir zu Halsschwellung führt, wenn er wieder leise vor sich hinmosernd abends die Spülmaschine umsortiert. Das tut er schließlich nicht ohne jeden Handgriff zu kommentieren: "Man, die Gabeln sollst du doch SO reinlegen. Und warum sind die Gläser nicht von hinten nach vorne eingeräumt? Welcher Pfosten hat das hier einfach reingeschmissen? Eh, die kleinen Teller gehören nach vorne rechts und zwar unten!" Blablabla.

Man kann sich, versehen mit diesen kleinen Internas, vorstellen, dass ich HÖCHST erstaunt war, als er gestern wie aus dem Nix von der Arbeit aus (!) bei mir anrief und mir mitteilte, dass er fortan auch LCHF FRÜHSTÜCKEN würde. 

Och.
Was?

"Ja, ich hab da zunächst an Quark oder Joghurt mit ein wenig Frucht gedacht. Was meinst du?"

"Kannst du machen."

Und so rückte er gestern Abend an und präsentierte stolz die Ausbeute aus dem BIO-Laden. Selbst auf dem Rückweg geschossen. Viermal Quarkpöttchen, Rahmstufe, BIO. Feinster Stoff. Brav! Ich vermeide den Kauf von Quark - ich gestehe leichte Süchteltendenzen, wenn es um dieses Milchprodukt geht. Was ich nicht da habe, kann mich nicht anmachen - ganz einfach.

"Aber ich hab da doch noch den 1 kg-Eimer mit dem türkischen Joghurt. 10% Fettgehalt. Kannst du den nicht erst aufbrauchen?"

Doch, das wäre auch okay.
Super.

Da der Mann extrem früh aus dem Haus muss, weil er einen Anfahrtsweg von deutlich über 100 km zur Arbeit hat, war ich bei seinem Frühstück nicht zugegen (ich bin doch nicht bekloppt!). Und ehrlich gesagt hatte ich sein Projekt "LCHF-Frühstück" bereits wieder ein wenig vergessen. Hm, böse Gattin!

Wie dem auch sei...

Als er vorhin wieder nach der Arbeit Zuhause ankam, berichtete er stolz, dass das Frühstück ihn tatsächlich bis zum Mittagessen prima satt gehalten hätte. Erst etwa eine halbe Stunde vor Kantine hat der Magen ein wenig geknurrt. Klasse, oder?

Klar, ist ja so bei LCHF, dachte ich.

"Aber auf der Arbeit wollten die Kollegen wissen, ob das nicht ein wenig viel Kalorien für ein Frühstück sind."

"Wieso? Wie kommen die auf die Idee, dass das zu viel gewesen sein könnte?"

Er zog mich zum Kühlschrank, lupfte den Joghurteimer heraus und hielt ihn mir unter die Nase. Schlagartige Sprachlosigkeit übermannte meine Zunge!

DER EIMER WAR SO GUT WIE LEER!


Nun, wie soll ich es formulieren?

Ich denke, der miiiiniiimale Snack von entspannten 700 g 10%igen Joghurt plus etwas Frucht sollte tatsächlich bis Mittag ausreichen.

*rolleyes*

Hatte ich es nicht gestern noch von den Mengen? Zum Glück muss der Gute nicht abnehmen. 

Ich geh mal weiter den Kopf auf den Tisch hauen. 
Morgen steh ich früher auf!




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