Dienstag, 12. Mai 2015

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt..

Neulich war ich laufen. Das Wetter war wunderbar, nicht zu warm und nicht zu kalt, Sönnchen im Gesicht, was will man mehr.

Darüber hinaus lief es tatsächlich gut. Ich fand schnell meinen Rhythmus und fühlte mich sehr wohl und vor allem sportlich und unbremsbar. Yeah, Energie satt!

Ich konnte loslassen und war in tiefem Einklang mit mir, körperlich und seelisch. Die Gedanken liefen, wie meine Füße... eben leichtfüßig.

*tapptapp* (Schrittgeräusche)

"Mensch, ist das schön! Warum jogge ich eigentlich so selten? Ach so, ja, ich hatte das Walken für mich entdeckt. Hm, aber joggen ist schon cool."

*tapptapp*

"Kann ich ja immer machen, wie ich mich gerade fühle. Mal joggen, mal walken - freestyle. Yeah! Ich könnte Bäume ausreißen!"

*tapptapp*

"Pfoah, ist das schön mit diesem ruhigen Rhythmus. Man muss ja nicht immer einen Schnelligkeitsrekord aufstellen. Weit laufen tut es doch auch. Oder überhaupt laufen. Wie viele wohl jetzt einfach Bewegung meiden? Ich bin eine Heldin! Und das schon morgens!"

*tapptapp*

"Hach, ich könnte ewig weiterlaufen. Ewig! Wo wohl meine Grenze ist? Wie weit könnte ich theoretisch laufen am Stück? Hm."



Bilder lockern Texte auf - auch wenn das meine Walkingschuhe sind, die ich NICHT trug...


*tapptapp*

"Ich glaube, meine einzige Grenze ÜBERHAUPT ist die Langeweile. Oder anders: Wie lange macht es Spaß rumzulaufen? Was sollte mich sonst jemals bremsen? Dass ich keine Kraft mehr habe? NEVER!"

*tapptapp*

"Ist natürlich Kokolores. Irgendwann hat man glasklar keine Kraft mehr. Aber nach wie vielen Stunden oder Kilometern ist das? 20? Ach was, wenn ich ganz ruhig laufe, könnte ich bestimmt einen Marathon. Oder? Doch. Nein. Doch. Nein. Hm."

*tapptapp*

"Ich hab DIE Idee. Ich pack mir einen Rucksack mit viel trinken und dann laufe ich einfach los. Wie Forest Gump. Immer weiter. Bis ich nicht mehr kann. Dann lass ich mich abholen. Also Handy nicht vergessen!"

*tapptapp*

"Am besten bestimme ich vorher keine feste Route. Ich muss ja auch nicht weit weg laufen, theoretisch kann ich ja relativ nah ums Heimatgelände laufen. Ist egal, wenn ich manche Strecken zweimal oder dreimal laufe. Darauf kommt es gar nicht an, sondern darauf, wie unfassbar weit und lang ich laufen werde! Total frei sein, spontan entscheiden, welchen Weg man einschlägt. Geniale Idee. Unfassbare Freiheit, du bist so wundervoll."

*tapptapp*

"Das könnte aber vieleviele Stunden dauern. Bei der Geschwindigkeit wäre ein Marathon ja ewig lang. Hm.. EGAL! Ich lauf einen Marathon. Unstoppable! Unbreakable! Superwoman!"

*tapptapp*

"Blöd, würde ich am liebsten SOFORT machen. Aus dem Stand. So wie ich heute drauf bin! Suuuuper! Das wäre der HIT. Dumm, dass wir heute schon was vorhaben. Hm. Das geht nicht. Echt schade. Würde ich wirklich glatt tun. Bäm!"

*tapptapp*

"Aber ich habe jetzt doch noch reichlich Zeit. Ich mache einfach mal zur Probe den längsten Lauf meiner persönlichen Geschichte. GE-NAU! Ich bin so gut. *singt* Nothing's gonna stop me now. And I don't wanna talk it ooooooover."

Und so lief ich vor mich hin. Ja, ich stehe dazu, dass ich mit mir rede. Mit wem sonst, wenn keiner da ist? Ich, der Weg, die Sonne, die zwitschernden Vögelchen, meine Kraft - alles am oberen Anschlag!


Kilometer 6,5:
Etwas schabt an meiner rechten Hacke!

Kilometer 8,2:
Völlig entnervt humpele ich mit einer ausgewachsenen Blase an der Ferse die letzten Meter zum Haus.


Merke:

Nimm den Mund (oder das Gehirn) niemals zu voll. Es könnte schon an solchen Kleinigkeiten scheitern, dass du zu faul warst, dir die richtigen Socken anzuziehen, weil du sie nicht auf Anhieb gefunden hast... 

Gestern gab ich das erste Mal eine Sportkurs ohne Schuhe an den Füßen...
Ging nicht.

*rolleyes*

Aber das probiere ich dennoch irgendwann aus. Wenn alles schön verheilt ist... die Hacke UND das Ego. :D




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