Mittwoch, 19. August 2015

Steter Tropfen..

Oder: Wenn der Prophet im eigenen Haus dann doch nach ein paar Jahren etwas wert ist. :)

Seit nunmehr sechs Jahren esse ich LCHF. Ich esse es nicht nur, LCHF ist in meinem Leben generell eine sehr wichtige Sache. Ob nun dieser Blog hier oder die Webseite LCHF.de, mein "Dabeisein" im Forum... überall LCHF.

Aber was ich nie gemacht habe: Ich habe nie versucht, meine Familie in meine Richtung zu zwingen. Klar, Thema ist es immer wieder mal und ich esse eben, wie ich esse. Ich hatte aber nie ein Problem damit, den anderen Familienmitgliedern eine Handvoll Kohlenhydrate zur Mahlzeit dazu zu kochen, warum auch? Kartoffeln, Reis, Nudeln zu kochen, eine TK-Pizza in den Ofen zu feuern oder ein Brot zu kaufen ist alles andere als aufwändig, nicht wahr? Und wenn dem ein oder anderen nicht gepasst hat, was es zu essen gab (wie tödlicher Wirsing oder brutaler Fisch), dann durften sie sich selbst versorgen. Ich seh das nicht so eng, so lange es nicht tagein tagaus Junkfood ist.

Das habe ich deshalb nicht gemacht, weil ich finde, dass Essen eine sehr persönliche Angelegenheit ist und ich weiß, dass Druck eher Gegendruck erzeugt. Stattdessen habe ich Phasen, in der meine Tochter Vegetarierin sein wollte, mit ihr ausgesessen. Ich hätte kein Problem mit dieser Entscheidung gehabt, wie gesagt, das ist Privatsache. Schließlich kann ich nicht für mich das Recht einfordern, nach meiner Facon zu essen, und es anderen verwehren. Die Vegetarier-Phasen hielten eh meist nur 1-2 Wochen, dann war ihr das genug. Ihre Geschmacksvorlieben liegen eben anders.

Aber sie haben halt mitbekommen, dass ich LCHF esse, und miterlebt, dass es schmeckt und ich mich damit wohlfühle.

Der Mann war der erste, der zunächst zum "Halbtags-LCHFler" mutierte. Abends und an freien Tagen bestand er schnell darauf, dass er auch sowas Leckeres essen wollte, wie ich. Nur morgens... morgens musste es Brot mit Marmelade sein, an Wochenenden Brötchen mit Käse und Gemüse drauf. Im Urlaub gab es dann gerne zusätzlich die örtlichen Leckereien, bisschen Kuchen oder Eis eben. Das hatte zur Folge, dass er als Souvenir aus dem Urlaub 1-2 Extrakilos mitbrachte, die recht hartnäckig saßen und wieder abtrainiert werden wollten.

Dieses Jahr beschloss er, im Urlaub auf Leckerchen zu verzichten UND auf Brot. Gläschen Wein durfte aber sein. Zum Frühstück gab es anstelle des Brots vielleicht ein Rührei mit Bacon. Das hat der Gute dann auch komplett durchgezogen. Und wo er schon einmal dabei war, hat er die Serie nach dem Urlaub weiter durchgezogen. Mit dem Ergebnis, dass er grandiose 6 Kilo seitdem abgenommen hat.

Das Problem dabei: ICH NICHT!

Wenn man in den Sommerferien auf einmal gar keinen Sport mehr macht, aber so weiter isst, wie zuvor, und dazu noch ein paar Gläschen Wein packt und überhaupt Fünfe schwer gerade sein lässt, kann das schon einmal ein wenig ins Auge gehen. Zu den doofen Details komme ich die Tage noch...

Und wie Gatten so sein können:

"ICH habe abgenommen. ICH weiß, wie das geht. Irgendwas machst du falsch!"

Da kann man schon einmal mit dem Gedanken spielen, eine kleine Ladung Abführmittel unter das nächste Rührei zu heben, das sag ich euch! Moah.

Jedenfalls war der Gatte auf einmal in der LCHF-Spur. Und erzählt das auch gerne jedem, der auch nur in Ansätzen danach fragt.

"ICH habe abgenommen. ICH weiß, wie das geht. Annika hingegen ..." etc. pp. mit höchst stolzgeschwellter Brust natürlich. Wo ich mir das gerade so überlege.. Hat jemand einen guten Tipp für ein geschmacksneutrales, ungeheuer stark wirkendes Abführmittel?

Die Tochter machte sich letzten Sommer auf den Weg. Langsam, aber sicher, änderten sich ihre Ernährungsvorlieben. Sie stellte sich nach und nach ganz von selbst um. Und mutierte von dem leicht bauchlastigen Teenie (ellenlange schlanke Beine, aber die Tendenz ein "Zu viel" an der Körpermitte anzulagern - das hat sie nicht von Mutti! Ich bin "Rundum-Anlagerer-mit-erhöhter-Tendenz-zu-Oberschenkelinnenseite") zur schlanken jungen Frau.

ZWÖLF KILO hat sie in dem Jahr verloren!
ZWÖLF!

Das ohne größere Einschränkungen. Ab und an gibt sie sich kleine Ausreißer, z.B. bei Festivals wie "Rock am Ring" oder wenn sie feiern geht. Easy und entspannt. Ansonsten ist sie aber sehr klar bei der Linie und isst LCHF.

Was bleibt ist der Sohn.

*tödötödötödötödö* 
(Das soll der Sound sein, wenn der weiße Hai sich der auf dem Surfbrett paddelnden jungen Dame nähert)

Harte Kohlenhydrat-Bastion!

Doch neulich in meiner Küche:

Ich:
"Sohn, was magst du als Beilage haben?"

Sohn:
"Nur Salat, ich brauche keine Kartoffeln. Ich lass das mal weg."

BÄM!

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ich mag die Tendenz.
:)

Höchst gerne würde ich jetzt freudig rückwärts zur Kaffeemaschine moonwalken und meinen Kaffee holen. Leider geht das nicht, weil ich ganz fies Oberschenkel-Innenseiten-Muskelkater habe...

"Schule hat wieder begonnen" kann man derzeit überall hören (NRW ist wieder dran), bei mir müssten überall Banner hängen mit "Sport hat wieder begonnen". Gnah!

Kommt davon, wenn man sechs Wochen stritzenfaul war. Aber Muskelkater ist für mich jetzt nicht unbedingt das schlechteste Gefühl und es macht vor allem tierisch Spaß, wieder in der Halle zu stehen. Dienstagskurs gestern mit 28 Teilnehmern - 6 neue Wagemutige - ca. 10 von der Stammbesetzung noch nicht zurück, aber die kommen auf jeden Fall wieder... Was will man mehr?

Heute "Rücken", aber glasklar nix mit Beinbeteiligung. :o)

Have a nice day!







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