Montag, 24. August 2015

Kannst du nicht mal eben?

Ich glaube, ich bin dabei, eine kleine Satzallergie zu entwickeln!

"Kannst du nicht mal eben..." ist meistens der Anfang zu irgendwas, was ich tun soll. Gerne gesprochen von der Familie, denn ich bin ja meistens "nur" Zuhause oder aber "eh unterwegs", da macht ein kleiner Umweg doch wohl nix aus. Oder?

"Du hast doch donnerstags eh Kurs in Jülich. Kannst du nicht mal eben meine Hose beim Schneider abholen?" (Erläuterung: Der Kurs ist auf dem Gelände des Forschungszentrums AUSSERHALB von Jülich - der Schneider aber mitten in der Stadt)

"Mama, kannst du nicht mal eben dieunddieDaten raussuchen?" (auf ins Arbeitszimmer)

"Können wir nicht mal eben ein Ründchen mit deinem Auto fahren?" (Mein kleiner Autofahrneuling)

"Kannst du mich nicht mal eben zum Bahnhof fahren?" (20 km eine Strecke)

"Kannst du mal eben den Schlenker zur Apotheke machen?" (immerhin nur 2 km)

"Kannst du das nicht mal eben im Internet raussuchen? Du sitzt doch garantiert eh davor."

Ist ja soweit rein theoretisch kein Problem, aber mittlerweile ist bei mir der Groschen gefallen, dass ich dadurch richtig viel Zeit verliere! Ich muss meine Arbeit abbrechen und den Gefallen dazwischen schieben, denn meistens ist der recht dringend.

Mein ab und an aufkeimender Einwand, dass ich dafür eigentlich keine Zeit habe, wird häufig kommentiert mit: "Das kannst du ja wohl mal für mich machen"

Ich kann das aber auch sehr gut selbst verursachen, wenn ich eben mal schnell zwischendrin die Spülmaschine ausräume, staubsauge, aufräume, etc. blabla obwohl ich eigentlich etwas ganz anderes zu tun habe und das am besten schon gestern hätte erledigt sein sollen. Weil aber dann das Gewissen drückt, endet es nicht selten darin, dass ich bis mitten in der Nacht hetzig und müde Sachen ausarbeite. Doof, oder?

Das ist nicht schön.

Daher bestelle ich mir jetzt beim Kaufhaus Universum:

a) Ein schönes, helles Büro außerhalb meines Zuhauses, bitte mit Trainings- und Schulungsraum, um lecker morgens aus dem Haus zu gehen, abends zurück zu kommen und danach nicht mehr den Rechner anzufassen. (Man reiche mir einen üppigen Lotto-Gewinn.. wobei... dazu müsste ich ja überhaupt erst einmal Lotto spielen. Hm.)


oder

b) ein stärkeres und konsequenteres Nein-sage-Vermögen

Schon komisch, dabei kann ich das normalerweise sehr gut mit dem Nein-Sagen. Wo ist das hin? Vielleicht hab ich unterschwellig das Gefühl, dass ich wirklich "nur" Zuhause bin?

Ich gehe in mich.
Tief!

Und vielleicht spiel ich doch mal Lotto.
;)







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