Sonntag, 27. Dezember 2015

Früher war es einfacher...

So, Weihnachten 2015 ist Geschichte und auch wenn es ein sehr entspanntes und schönes Weihnachtsfest war, sehne ich mich jetzt nach Einfachheit und Frische. Nach Luft und Bewegung auch noch, um das komplett zu machen, aber das nur am Rande.

Essen rund um Weihnachten ist ja gerne recht schwer, dazu ein Overload von Gerüchen und Geschmäckern. Und ganz besonders freue ich mich darüber, wenn die ganzen Keks-, Kuchen- und sonstigen Gebäcke aus meinem Sichtfeld verschwinden!

Mit Sichtfeld meine ich übrigens nicht, dass ich hier bei mir welche herumstehen habe. Nein, hier ist süßigkeitenfreie Zone. Jedenfalls jetzt wieder - die Familie hat sich im wahrsten Sinne des Wortes tapfer durchgebissen... Aber viel war es eh nicht. Ich meine zum Beispiel die ganzen Fotos von Leckereien auf Medien wie z.B. Facebook.

Ich weiß von so einigen LCHFlern, dass es ihnen total schwer gefallen ist, in dieser Weihnachtszeit standhaft zu bleiben, weil man ja wirklich kaum eine Chance hatte, daran vorbei zu schauen. Besonders hart für diejenigen, die sowieso schon ein Problem mit Zucker bzw. dem Verzicht auf Süßes oder Liebgewonnenes haben.

Natürlich verstehe ich rein logisch, dass es vielen Menschen schwer fällt, auf liebgewonnene Leckereien zu verzichten und dass sie versuchen, sich entsprechend ihrer andersartigen Ernährungsgrundlagen Ersatz zu schaffen. Aber es ist nicht LCHF - das ist meinetwegen irgendwas anderes. Ist ja auch nicht weiter tragisch, wenn es etwas anderes ist, finde ich.

Das ist für mich nicht LCHF, weil...


In der Beziehung kann man mir auch gerne Kleinlichkeit nachsagen, aber Baustein drei von LCHF lautet nun einmal:

Man ernährt sich von natürlichen Nahrungsmitteln (d.h. keine künstlichen Zusatzstoffe, keine Süßstoffe etc.) von hoher Qualität, die vorzugsweise aus ökologischem Anbau sowie aus artgerechter Tierhaltung stammen.

Und die in "LCHF-Leckereien" gerne verwendeten Zuckerersatzstoffe sind nunmal nicht gerade das, was ich als natürlich bezeichnen würde...

Auch der übermäßige Gebrauch von Mehlen aus Nüssen oder Samen wirft bei mir Zweifel auf. Dazu sollte man sich vielleicht mal diesen Artikel von Pinkpoison durchlesen:
Phytinsäure - Selbstsabotage trotz Paleo?

Darüber hinaus werde ich immer der Meinung bleiben, dass es deutlich gesünder und wertvoller ist, die bei LCHF verbleibenden Kohlenhydrate lieber in diverse knackige, frische Gemüsesorten zu investieren. Je weniger Kohlenhydrate man täglich zum Ziel hat, desto wichtiger ist dieser Punkt aus meiner Sicht. 

Natürlich gibt es die Menschen, die wirklich nur zu besonderen Anlässe oder ab und an solche Nachbauten essen. Aber was manche da augenscheinlich tun, ist alles andere als ab und an...



Früher war es einfacher...


Prinzipiell ist LCHF für mich eine sehr "geradlinige" Ernährungsform. Als ich mit LCHF angefangen habe, gab es diesen ganzen Hokuspokus noch nicht. Man verinnerlichte sich die Listen mit geeigneten Lebensmitteln, achtete auf die richtige Menge und Verteilung seiner Makronährstoffe (Protein, KH und Fett) und legte Wert darauf, qualitativ möglichst hochwertige Rohwaren selbst zu verarbeiten und zu genießen.

Das einzige Ersatzgebäck, dass es damals schon gab, waren die Oopsies - und da reden wir schlicht von einer Verquickung von Ei und Frischkäse. Irgendwann kam dann das Heinrichknäcke noch dazu, aber das war es auch schon.

Es war einem bewusst, dass LCHF eine ziemlich grundlegende Veränderung der Ernährungsgewohnheiten bedeutete, aber das nahm man eben in Kauf und aß LCHF oder man suchte sich etwas anderes. Peng, fertig!

Ich bin sehr froh darüber, dass ich "damals" angefangen habe, denn mit der Zeit hat sich das sehr verändert und macht nun vielen Interessierten und Neulingen, besonders denen, die viel abzunehmen haben oder zuckersüchtig sind, das Leben echt schwer.

Schade!
Sehr schade!





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