Dienstag, 4. Oktober 2016

Mit der Geschmeidigkeit einer in die Jahre gekommenen Ringelnatter, oder so.

Zunächst einmal möchte ich mich von Herzen bei euch für euren Zuspruch und eure tröstenden Worte zu meinem letzten Post bedanken. Das hat mir SO gut getan.

Auch gestern war ich emotional noch ein wenig wacklig auf den Beinen - jetzt fehlen nur noch die Fenster, Teile des Kellers und der Speicher, dann hab ich tatsächlich das Haus auf Links gedreht. Mir geht es damit besser und gleichzeitig ist die Umgebung poliert: Was will man mehr?

Ich veratme es jedenfalls so gut ich kann und habe mir fest vorgenommen, dass ich die mir jetzt zusätzlich zur Verfügung stehende Zeit NICHT in Arbeit, sondern vorzugsweise ganz einfach in mich selbst investieren werde. Und damit es mehr als nur ein Vorsatz ist, habe ich bereits in der letzten Woche einen ersten Schritt in diese Richtung getan.

Was bei mir zu kurz kommt, ist Entspannung. Ich bin eben ein wenig mit einem Duracell-Hasen verwandt, der parallel recht schlecht mit Ruhe klar kommt. Das ist eine echte Baustelle, die mir einiges abverlangen wird, das weiß ich jetzt schon.

Der Wunsch, meditieren zu "können" ist in den letzten Monaten immer fester geworden, aber in der Umsetzung bin ich eher lausig. Egal, wie motiviert ich VOR der Meditationseinheit bin, und egal, wie fest ich beschließe, dass ich mich jetzt entspanne (zwo-drei-vier), ich langweile mich, ich denke, ich singe Lieder in meinem Kopf, ich mach innen drin sonstwas, aber Entspannung ist das mal definitiv NICHT.

Daher brauche ich eine Form der Meditation bzw. Entspannung, bei der ich irgendetwas "zu tun" habe, auch wenn es noch so wenig ist. Beispielsweise ist ja Jacobson so eine Technik, bei der man durch Anspannung zur Entspannung kommt. Da hat man was zu tun.

YIN YOGA - das isses!


Jetzt kam mir der Zufall zur Hilfe. Das ist ja öfter so: Da suchste und suchste und dann läuft es dir von selbst zu. Du musst nur hinschauen und es merken!

Grundlage war eigentlich, dass meine Trainerkollegin Susanne und ich überein gekommen sind, dass wir in unseren Kursen dem Dehnen an und für sich wieder mehr Raum bieten möchten, das kommt etwas zu kurz und das, obwohl es wirklich sehr gut tut.

Wir tauschen uns zum Thema aus und wälzen Bücher - und dann kam uns das Angebot "Yin Yoga" bei unserem Verein, der BSG (klickediklick zum Angebot) in die Finger. Ich bin nämlich sowohl Trainerin als auch Mitglied im Verein, kann also auch heiter privat Sport machen. Ha!

Wir also in Elisabeths Kurs und das hat RICHTIG gut getan. Donnerstag ist ja nun auch das Ende meiner offiziellen Sportwoche, der letzte läuft am Morgen um 10 Uhr, da tut es unfassbar gut, sich am Nachmittag in aller Ruhe "auseinander zu atmen".

Das ist nämlich ganz grob das, was man beim Yin Yoga macht. Man nimmt eine Yoga-Position ein, lässt sich los bzw. hängen, atmet schön tief ein und aus und mit jedem Atemzug entspannt der Körper sich ein wenig mehr. Das in jeder Position mindestens 3 Minuten am Stück.

Generell soll (Yin) Yoga ja eine Vielzahl an gesundheitlichen Vorteilen mit sich bringen, aber damit muss ich  mich erst noch genauer auseinander setzen und mehr eigene Erfahrungen machen, dann schreib ich was dazu.

3 Minuten sind eine echte Herausforderung


Prinzipiell können 3 Minuten am Stück ganz schön lang werden, das sag ich euch aber. Aber dadurch, dass ich etwas zu tun habe, nämlich zu versuchen, überall loszulassen und sehr intensiv zu atmen, kann ich mich sehr gut darauf einlassen.

Zum Glück bin ich von Hause aus ziemlich beweglich - schon immer. Ich hatte z.B. noch nie Schwierigkeiten, im Stehen mit gestreckten Beinen die Hände flach auf den Boden zu legen und dabei noch zu lächeln.

Auf dem Boden sitzen und den Kopf auf die Knie legen? Check!

Im Grätschsitz die Brust auf den Boden bringen? Check!

Wobei der mir Zugemutete meint, dass ich da alleine durch meine herausragende Oberweite einen entscheidenden Vorteil hätte... Das Aas!

Und was man gut kann, macht man ja nun auch meistens recht gerne. Nicht wahr?

So gelang es mir bereits in der ersten Stunde in einer Übung nicht nur, die Füße aus der Kerze hinter dem Kopf auf den Boden zu stellen, sondern mich trennen auch nur ca. 5 cm, dann kann ich die Knie neben den Ohren ablegen. DAS will ich natürlich jetzt definitiv können. Da packt mich dann der Ehrgeiz mit Anlauf!

Also so hier:

© fizkes / www.fotolia.com


FALLS ich das schaffe, mach ich euch ein Foto. Oder einen kleinen Film. Versprochen! Aber ich zieh was mehr Klamotte dazu an. :D

Gut allerdings auch, dass ich noch ein bisschen abnehme. Denn in dieser Position schiebt sich mein Restbauch gegen die üppige Oberweite, die mir dann wiederum ein wenig die Gurgel zuschiebt. Ähm, ja. Da wird das mit dem 3 Minuten richtig tief und entspannt atmen dann doch ein wenig zur Herausforderung.

Nach der Kurseinheit fühlte ich mich jedenfalls prima durchgewalkt, entspannt und warm an. Da geh ich definitiv wieder hin.

Noch wer hier, der Yin Yoga macht?
HERRLICH!






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