Mittwoch, 19. Oktober 2016

Aaaaaawwwwwww...

Als unser Hund Piwi starb, war ich fix und fertig und untröstlich traurig. Sie starb in unseren Armen Zuhause an Altersschwäche. 15 Jahre hatten wir mit ihr und sie war der perfekte Hund für uns.

Es tat im Herzen so weh, ohne sie sein zu müssen, und da half es auch nichts, dass das HIRN wissen SOLLTE, dass es für sie besser gewesen war - es sträubt sich in mir dieses "besser" mit Tod zu verknüpfen.

Viele fragten mich damals, ob wir denn einen neuen Hund haben wollen würden.

Ja, schon, aber erst einmal eine lange Zeit nicht! 

Das war meine gängige Antwort. Ich konnte mir das NICHT vorstellen, einen neuen, anderen Hund zu haben.

Immer wieder, wenn ich heim kam, schaute ich jedoch automatisch zu dem bodentiefen Fenster, hinter dem Piwi stets freudewedelnd und strahlend auf einen wartete, wenn man heim kam. Das gehört zum richtigen Heimkommen dazu.

Lange Zeit wurde ich auch von herumliegenden und herumstehenden Gegenständen total getäuscht - ich "sah" Piwi überall und dann war es doch nur zB eine Jacke oder so. Und die Erkenntnis schlug mich jedesmal ins Mark.

Keiner da, mit dem man schmusen kann (gut, der Mann ja, aber ihr wisst, was ich meine), der mit mir ein Würstchen teilt, der einfach da ist - und so.

Es war so unglaublich leer - es fehlte was.

Aber wir wollten keinen Hund - erst später!

Immer wieder gerne führte mich mein Weg zu unseren Nachbarn. Karin und Richie haben nämlich zwei Hunde. Und gerade Elli, ein schönes, schwarzes Tier, hatte die Lust und Geduld, sich stundenlang von mir einfach kraulen zu lassen.

Sie saß da und ich hab sie gekrault und Kaffee getrunken und war für den Moment glücklich.

Genauso hatte ich immer wieder eine Hundeseite im Visier. Und den Blog dazu, den von Susi.

Susi war zu Anbeginn meiner Bloggerei eine "ganz normale" Nachbarbloggerin, die in Portugal lebt - man kannte sich halt virtuell. Wir haben uns auch irgendwann mit Frau Nicht-Schmitt und Oona in Bremen getroffen, total schönes Erlebnis - man hatte also sogar einmal die Chance, sich mehr als virtuell zu sehen.

Jedenfalls hat Susi erst eigene Hunde gehabt und ist in Portugal aber auf immer mehr hilfebedürftige Hunde gestoßen, die sie aufnahm. In rasantem Tempo wurden es mehr. Aber wer kann bitte schön NEIN sagen, wenn Hilfe so dringend nötig ist? Wo zieht man die Grenze?

Susi nimmt Hunde auf, versorgt sie liebevoll und vermittelt sie an passende Herrchen und Frauchen. An ihrer Seite ihre Familie und andere Menschen, die ebenso mit Herzblut bei der Sache sind - wofür ich den ganz großen Hut ziehe!! All das finanziert sie aus Spenden und eigenen Mitteln! Unglaublich.

Hier ist die Webseite, die sie dazu aufgebaut hat:

Hunde aus Zentral-Portugal adoptieren

Jedenfalls stand für mich fest: Wenn ich noch einmal einen Hund haben wollen würde, würde ich glasklar bei Susi gucken.

Aber ich wollte noch keinen Hund - erst später!

Ganz schwer angetan hatte es mir dabei übrigens die dazugehörige Facebook-Gruppe und die Berichte von adoptierten Hunden. Es ist so schön zu sehen, wenn Hunde, bei deren Geschichte man auf dem Blog ein wenig mitgefiebert hat, auf einmal ein tolles Zuhause gefunden haben. Da hab ich ganz oft geweint. Ich bin ja so eine kleine, sensible Heulsuse manchmal.

Neulich.. eines schönen Tages... ich scrollte und klickte mich mal wieder durch das Orbit des Internets und landete bei Susi... sah ich SIE.

Und es machte BÄM!

BÄMBÄMBÄM!



Dieses kleine, schwarz-weiße Mädchen hat mich voll ins Herz getroffen. Ich bekam "Pumpe" und habe erst einmal das Laptop ausgeschaltet.

Hallo, ich wollte doch erst später einen Hund! 

Aber die Kleine ging mir nicht mehr aus dem Kopf und ich begann, meiner Familie auf den Zahn zu fühlen. Denn ein Hund ist ja ein Familienmitglied, kein Spielzeug - da hängt viel Verantwortung dran und die muss schon gemeinschaftlich getragen werden.

:)

Und dann hab ich Susi angeschrieben, nachdem ich noch dreimal feste geatmet hab.

Wir tauschten uns aus und wir als potentielles, neues Zuhause wurden auch gründlich befragt. Denn natürlich kann man nicht einfach so ein Lebewesen irgendwo hin tun, nur damit es erst einmal einen "Platz" hat. Ich finde das absolut richtig so! Es ist VERANTWORTUNG - ob nun für Susi und ihr Team oder für diejenigen, die einen Hund aufnehmen.

Der langen Rede kürzester Sinn:

WILLKOMMEN IN DER SUDDA-FAMILIE, NORR!

<3

Wir freuen uns unendlich auf dein Kommen und können es kaum erwarten.

Flugpate dringend gesucht


Leider braucht es noch etwas Geduld und Glück - wir brauchen eine/n Flugpaten/Flugpatin für sie.

Von Lissabon in Portugal gen Deutschland. Genial wäre natürlich Köln/Bonn oder Düsseldorf, aber wir fahren auch nach Frankfurt, wenn sie dorthin kommt.

Auf einen Flugpaten kommen keine Kosten zu. Bei Bereitschaft/Interesse bitte, bitte bei mir für mehr Information melden, ob als Kommentar oder per Mail.

Wer auch immer das tut, kann sich zudem sicher sein, dass ich ihn/sie vor Freude nahezu zerquetschen werde, wenn ich ihn/sie dort am Flughafen mit unserem Hund sehe - also im Zweifel besser schnell weglaufen. ;)



Noch was:

Der kleine, braune Hund neben ihr auf dem Foto ist übrigens ihr Bruder und sucht - ebenso wie viele, viele andere Hunde von Susi - ein liebevolles Zuhause. Der Gedanke, dass er erst einmal zurückbleibt, ist schwer.  

Und ich würde gerne Kontakt mit den neuen Besitzern von ihm aufbauen und halten, sofern gewünscht - schließlich sind die beiden Geschwister.




video


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